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mementomoments.

In der Spiegelung der offenen Fenster wiegen sich die Birkenkronen. Sie kann den Wind hören, der draußen die Äste tanzen lässt, doch spürt sie keinen Hauch auf ihrem bebenden, schwitzigen Körper. Die Hitze ist allgegenwärtig, pulsiert, marschiert in Ameisenfüßen über ihre Brüste. Sie sehnt sich nach der Abkühlung einer Brise, eines Regenguss und nach dem Angstgefühl das Nacken hochklettert, wenn der Abstand zwischen Donner und Blitz immer kürzer wird. Sie reibt Zeigefinger und Ringfinger aneinander, kann das klebrige Sekrete ihrer Fotze fühlen, wie es Fäden zieht, wenn sie die Finger auseinanderfächert. Der Orgasmus tanzt noch in ihrem Becken und sie umklammert noch immer den Ansatz ihrer Brüste, bohrt Fingernägel in Haut. Auf dem linken Ohr stöhnt eine MILF und bittet auf Englisch nach einem weiteren Schwanz. Sie konzentriert sich auf den Punkt an der Wand, ein kleines Loch, gerade so tief um einen Nagel zu halten, der ein Bild trägt. Sie hat es abgehängt weil ihr der kleine Punkt des Lochs besser gefiel als die breiten Grinsekatzengesichter, die darauf zu sehen waren. Sie hatte alle Bilderabgehängt, sie fein säuberlich in Zeitung gewickelt und in einem Karton verstaut. Sie wollte nicht, dass Glas brach oder Holzrahmen zerkratzten. Der Karton stand auf dem Dachboden, neben den anderen Kartons, die, fein säuberlich in Zeitung gewickelt, ihr Leben enthielten. -- Im Zimmer steht noch das grob gezimmerte Bett, raues Holz unter aufgesprungen Fingerkuppen, nur die Ränder geschliffen, damit man sich keine Sprießen holt. Metallene Füße, die von unten mit Flies beklebt sind, damit das Parkett nicht zerkratzt wird. Zu viele Schrauben und Nägel, die in das helle Holz getrieben wurden, Abdrücke, wo der Hammerkopf nicht sein Ziel getroffen hat. Für jeden fremden Orgasmus einen Nagel in das Bett getrieben, für jedes Gefühl eine Schraube. Ihre freie Hand wandert über die metallenen, kalten Köpfe, während ihre Finger wieder in sie eindringen, nach dem nächsten Endorphin-Tropf suchen, die sie eine halbe Stunde weiter durchs Leben bringt. -- Zwischen ihren Brüsten rinnt eine Schweißperle herab, als sie sich halb aufsetzt, auf rauen Ellenbogen sich abstützt und den Kopf leicht dreht, den Blick durch das Zimmer schweifend, das nicht mehr zu lässt eine Identität zu haben. Es gefällt ihr so, nichts mehr zu besitzen, was ihr gehört. Die wenigen Kleider, die in einer Plastiktüte nach Mottenkugeln stinken, das abgetragene Paar Schuhe, das seine Farbe schon längst an den Sand der Asphaltböden verloren hat, eine Haarspange, die neben ihrem Bett auf dem Boden mit Staubflusen kämpft, ein ungeschickter Brief eingeklemmt zwischen feuchten Geldscheinen in einem Ledergeldbeutel, der mal schön war. Sie treibt sich in der Stille erneut zum Höhepunkt, drückt das Becken Richtung holzvertäfelter Decke und lässt sich zurück in das schweißgetränkte Laken sinken. Zwei Atemzüge später schwingt sie schmale Füße über den Bettrand, krallt lackierte Zehen in den kalten Boden und steht auf. An ihrem Innenschenkel läuft eine dünne Blutspur hinab. Sie schreitet groß aus, fährt mit der Hand an den Wänden entlang, dreht Wasserhähne auf und der heiße Wasserstrahl weicht einem kalten. Sie hat Gänsehaut während sie duscht, sich einseift, einmal, zweimal und das Wasser zu ihren Füßen in einem rosanem Ton dem Abfluss entgegen strebt. Ihr Handtuch ist steif und hart, rote Flecken tauchen auf der Haut auf, als sie trocken ist, sich einen Tampon zwischen die Beine schiebt und die Tropfen auf dem Gang mit dem Toilettenpapier wegwischt. -- Sie lässt die Haustüre ins Schloss fallen, sie mag das Geräusch, wenn der Knall durch das Treppenhaus geschleudert wird. Ihre Hand ruht immer auf dem Treppengeländer, streicht sich eine Strähne hinter die Ohren und rollt die Zehen in den Turnschuhen ein. Sie kennt den Weg zum Briefkasten auswendig, ihre Füße kennen den Weg zum Briefkasten auswendig, ihr Hände kennen das Zurückhalten ihres Herzens, als sie Klappe öffnet und der zerknickten Brief zwischen Metallkasten und Verlustängsten feststeckt. Die Adresse ihrer Eltern fängt schon an zu verblassen, während die Worte im Umschlag nach Aufmerksamkeit schreien. Sie lässt ihn fallen, endlich, das an den Rändern dunkel gewordene, Papier rutscht in den Schlund des Briefkastens und die Panik stiehlt ihre Sinne. Sie findet sich wieder als sie die Glocke hört, die klingelt, wenn jemand die Tür des Cafés öffnet, wenn sie die Tür des Cafés öffnet. Sie bindet sich die Schürze um, dreht das Trinkgeldglas richtig hin, mahlt den Kaffee und dekoriert Blaubeermuffins mit Puderzucker. Sie denkt an den Brief, die verblichene Schrift mit der Adresse ihrer Eltern, die hastig gemalten Worte, der erlösende Zauberspruch, das es-geht-mir-gut in kleiner Schrift auf einem sonst leeren Blatt. Sie denkt an den Absender, an ein Zimmer, in dem nur ein Bett steht mit zu vielen Schrauben und zu vielen Nägeln. Denkt an die Jahre und die Meere die zwischen einem erleichterten Seufzer, einem Hand-vor-den-Mund-schlagen und einem in Papa-Schultern-Weinen und dem nächsten Endorphin-Tropf und einer dünnen Blutspur an ihrem Innenschenkel liegen. Sie bindet sich die Schürze ab, dreht das Trinkgeldglas falsch hin, schließt die Dose mit den Kaffeebohnen und wirft dekorierte Blaubeermuffins in den Müll. Sie verliert sich, als sie die Glocke hört, die klingelt, wenn jemand die Tür des Cafés schließt, wenn sie die Tür des Cafés schließt. -- In der Spiegelung der offenen Fenster wiegen sich die Birkenkronen, die von gelben Straßenlaternen einen gelben Schatten haben. Sie kniet vor dem Bett und dreht Schrauben mit der Hand in das grobgezimmerte Bett.
24.7.17 10:01


liebes ich.

- „Und, ist es so gut wie du es dir vorgestellt hast?“ x „Ich weiß nicht, wie hast du es dir denn vorgestellt?“ - „Naja, richtig cool halt. So richtig Oma-Style halt. Machen was man will, ein Fuck auf alles geben und einfach keine Grenzen mehr haben, also gedanklich meine ich natürlich. Ich denke nicht, dass du munter mordest?“ x „Nein, Mensch, Fuck sagt man mittlerweile echt nicht mehr! Und morden ist auch nicht mehr so in wie es mal war. Aber der Oma-Style den hab ich drauf. Zwar kann man sich echt nicht alles erlauben, wenn man alt ist, aber man hat auf jeden Fall gelernt den ganzen Meinungen der Leute aus dem Weg zu gehen. Ich bin jetzt mein eigener Herr und so.“ - „Voll cool. Also doch so wie ich es mir vorgestellt habe, also kann ich mich weiter drauf freuen, alt zu werden!“ x „Ja mach das, ich will dir ja nicht die Freude davor nehmen. Aber alt sein ist auch anstrengend, man hat so ein ganzes Leben in seinem Kopf, so viele Erinnerungen und Menschen, die man kennt und lieb hat. Da weiß man gar nicht mehr mit wem oder was man seine Zeit verbringen soll. Und Zeit ist mittlerweile tatsächlich wertvoll geworden. Ich habe zwar immer noch keine Angst vorm Tod, aber ich genieße es trotzdem noch etwas Zeit zu haben. Bin ja froh, dass ich überhaupt bis hier her gekommen bin und du uns nicht schon längst überfahren hast lassen.“ - „Ja ich werde mir Mühe geben, dass das so bleibt! Aber es ist doch mega schön so viele Menschen und Erinnerungen zu haben, du bist jetzt sicher noch eine viel bessere Geschichtenerzählerin als ich es jetzt bin, oder?“ x „Tannenzapfen, das bin ich. Wenn du wüsstest, was du noch alles erleben wirst. Nicht nur gutes versteht sich, aber ich denke du bist mittlerweile schon so weit, dass du weißt, dass das Leben nicht nur aus Zuckerguss besteht!“ - „Wahrscheinlich geht das nicht klar, wenn du mir eine Geschichte aus deinem Leben erzählst, das würde sicher ein Zeitparadoxon hervorrufen.“ x „Schon wieder Tannenzapfen. Außerdem will ich dich nicht spoilern, ich weiß ja, dass du das hasst!“ - „Stimmt, ich denke ich muss mich damit abfinden, dass dieses Gespräch nur rein gedanklich stattfindet und wahrscheinlich niemals in Echt so passieren würde. Ich meine woher soll ich auch wissen, wie ich als Oma bin, vielleicht bin ich ja total verbissen und einsam, weil ich nie angekommen bin.“ x „Verbissen und Einsam, ich glaube dir hat man ins Gehirn geschissen, wag es nicht, dein Leben so zu leben, dass du so endest. Einsam ja, vielleicht, weil du es selber so gewählt hast, aber verbissen nein und nie ankommen ist für dich keine Option.“ - „Keine Option.. hmm, also gibt es doch einen vorgetrampelten Pfad, dem ich nur hinterher stolpere? Hab ich also im Endeffekt kaum was zu sagen, wie es am Ende dann raus kommt - hört das irgendwann auf? Hast du noch was zu sagen oder humpelst du mit deinem Rollator immer noch auf dem Pfad herum?“ x „Ich hab keinen Rollator, sondern so einen coolen Stadt-Flitzer, hab ich mir schon relativ früh geholt. Aber ich weiß nicht, ob ich damit auf einem Pfad rumhumpel oder auf einem endlosen Flugplatz, weißt du…“
2.6.17 21:40


you are human after all.

Die Milchpackung wurde nicht richtig gescannt. Sie zog den Tetrapack erneut über den roten Flimmerstreifen bis das ihr alt bekannte Piepen ertönte und sie eine Packung gemahlene Mandeln hinterher schickte. „Vierunddreißig Euro sechsundsiebzig, sind es dann bitte.“ Sagte sie zu der schlanken Frau, die ihre Einkäufe in einen Jutebeutel stopfte. Die Hektik stand ihr ins Gesicht geschrieben als sie in ihrem Portmonee nach dem nötigen Kleingeld fummelte. Frau Schmitt wartete mit offener Kasse, während das automatische Fließband den Einkauf des nächsten Kunden immer näher auf den roten Flimmerstreifen zu schob. „Wiedersehen und schönes Wochenende.“ Verabschiedete die schlanke Frau sich und verzog das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass es erst Mittwoch war. Frau Schmitt lächelte nur stumpf und zog die nächste Milchpackung über den Scanner.Die hellblaue Bluse roch nach Schweiß und Reinigungswaschmittel. Sorgfältig faltete Frau Schmitt sie zusammen und legte sie in den kleinen Rucksack der auf dem Tisch des Pausenraums lag. Aus dem Haarknoten auf ihrem Kopf hatte sich keine einzige Strähne gelöst auch nicht, als sie von dem alten Herrn angeschrien wurde, als sie sich bei dem Endbetrag versprochen hatte. Das eingebrannte Lächeln auf ihren Lippen verblasste unter der Energiesparlampe, die dieses minimale Summen von sich gab, das man vermisste, sobald man sie ausschaltete. Frau Schmitt strich sich über die dunkel Strickjacke, die sie gegen die Bluse getauscht hatte und verließ den Pausenraum. Kurz bevor die Tür zurück ins Schloss fiel stoppte sie sie mit der schmalen Hand und drückte sie erneut auf. Mit einem entschuldigenden Lächeln schlüpfte sie wieder zurück und holte den Karton mit den Katzenfutterdosen vom Regal und verabschiedete sich von Herr Müller, der auch gerade Feierabend hatte. Diesmal schnappt die Tür ins Schloss und Frau Schmitt sog die frische Luft ein, die zwar heiß war aber immerhin nicht nach Kühlmittel und frischem Brot roch. Es war nachmittags, sie hatte die Frühschicht gehabt und der Tag lag vor ihr. Der Weg zur Bushaltestelle war der gleiche wie jedes Mal und als sie ihre Sammelkarte abstempelte seufzte sie leise, weil sie schon wieder voll war. Sie versuchte sich zu merken, sich morgen daran zu erinnern eine neue zu kaufen. Sie bekam einen Platz im Bus, stellte den kleinen Rucksack neben den sauber nebeneinander platzierten Füßen ab und den Karton mit den Katzenfutterdosen auf ihren Schoss und sah aus dem Fenster. Sie ärgerte sich ein bisschen, dass sie ihre Kopfhörer zuhause vergessen hatte. Als sie ausstieg fiel einer der Dosen aus dem lädierten Karton. Niemand half ihr, also bückte sie sich selbst, hob das verbeulte Stück Aluminium auf und stellte es zurück auf seinen Platz. Als sie zuhause die Wohnungstür aufschloss rauschte ihr Musik entgegen. Es schien so, als wäre sie die letzte die nach Hause kam. „YO! Ich bin zuhause!“ Brüllte Emmy durch ihre WG und erhielt prompt eine Antwort in Form von Linus, der aus seinem Zimmer kam und ihr ein kaltes Bier in die Hand drückte. „Wie ich sehe hast du den Fraß für Mister Schrumpfkopf und Pixi mitgebracht!“ Emmy stieß ihre Flasche mit der von Linus zusammen. „Ja, ich nehm‘ mir dann das Geld aus der WG-Kasse! Ist der Grill schon an?“ Rita streckte gerade den Kopf aus der Terrassentür und grinste. „Natürlich Emmy, wie sonst läutet man den Sommerurlaub ein?“
2.6.17 21:38


er sie es.

Sie dürfen hier nicht rein!“ Sagte er mit fester Stimme und verschränkte die Arme vor der Brust. Simon blieb verdutzt stehen und schielte den Türsteher mit einem schrägen Blick an. „Schon seltsam, dass sie aber dennoch einen männlichen Türsteher engagieren.“ Ein sarkastisches Lächeln huschte über Simons Mundwinkel, doch der Türsteher verzog keine Miene. „Na kommen Sie schon, es wird doch wohl nicht auffallen, wenn ich mich unter das Weibsvolk mische.“ Versuchte Simon einen weiteren Anlauf und zeigte an sich herunter. „Nein. Der Zutritt ist nur Frauen gestattet.“ Simon atmete tief ein. „Aber ich bin doch eine Frau.“ Wiederholte das, was er zuvor schon versucht hatte zu erklären. Der Türsteher sah Simon nun das erstmal direkt an, etwas Mitleidiges lag in seinen Augen, als er seine Kleidung musterte. „Der Zutritt ist nur biologischen Frauen gestattet.“ Simon konnte den dicken Adamsapfel am Hals des Türstehers auf und ab hüpfen sehen, als dieser schwer schluckte. „Das haben wir jetzt von der Emanzipation.“ Murmelte Simon als er einen Schritt zurück trat um zwei lässig gekleidete Damen vorbeizulassen. Es wunderte Simon nicht, dass jene mit den kurzen Haaren und dem schmalen Rand der Boxershorts, die über dem Hosenbund herausblitzte, ohne weiteres eingelassen wurde. „Ich raffs trotzdem nicht, wieso sie dann einen Mann den Türsteher machen lassen. Ist doch super ironisch, finden Sie nicht. Erniedrigend. Ich wette sie würden auch gerne mal einen Blick hinein werfen. Aber bestimmt dürfen Sie nicht, Männer sind ja strengstens verboten.“ Simon versuchte durch den dunklen Spalt der zuschnappenden Türe hindurch zu schielen, aber der Türsteher verlagerte sein Gewicht so, dass es Simon nicht möglich war was zu entdecken. „Sind sie nicht neugierig? Ich meine, so viele Frauen, auf einem Haufen, betrunken und voller Endorphine, da hat ein Typ wie sie sicher was zu staunen. Schon mal versucht reinzukommen?! Oder würden Sie dann ihren Job verlieren?“ Der Türsteher griff plötzlich mit stoischem Blick nach Simons Hand und drückte sie an seinen Schritt. Simons Augen weiteten sich, als er nichts spürte außer der flachen Wölbung eines Venushügels.
2.6.17 21:37


tanz. bitte tanz für mich.

Dann setzte die Musik ein und die Menge begann zu tanzen. Es funktionierte. Er konnte die erschrockenen Gesichter sehen, die Verwunderung und die Angst, in den Augen jener, dessen Arme und Beine sich genauso bewegten, wie die der Menschen neben sich. Ein Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen und bohrte Grübchen in seine Wangen. Es funktionierte tatsächlich. Die aufkeimende Panik schwoll schnell zu einem lauten Gebrüll und Kreischen an. Erik konnte die Verzweiflung in den gebrüllten Fragen, auf die es keine Antworten gab, auf seine Haut prickeln spüren. Er trat an die Brüstung der Galerie und gab Mo ein Zeichen, worauf hin er die Musik leiser drehte, aber nicht verstummen ließ. An dem Bild, das sich ihm geboten hatte, änderte sich nichts. Die knapp zweihundert Menschen tanzten noch immer im Gleichtakt, geführt von unsichtbaren Fäden. „Willkommen bei meinem Experiment!“ Rief Erik und die Schreie verstummten, während sich alle Augen auf ihn richteten. In vielen konnte er Widererkennen und in den meisten den Hass funkeln sehen. Das Schmunzeln bohrte tiefer. „Wie sie sicher alle schon festgestellt haben, handelt es sich hierbei nicht um ein Experiment um den Einfluss von Lichteffekten auf das Sozialverhalten zu untersuchen.“ Mit Mühe konnte er ein Kichern unterdrücken. „Viel eher handelt es sich hierbei um den ersten Testdurchlauf einer neuen Bio-Waffe. Willkommen im Krieg.“ Erik breitete die Arme aus. „Gleichschaltung.“ Er klatschte in die Hände und begann die Treppe hinunter auf die Tanzfläche hinab zu steigen. „Körperliche Gleichschaltung. Fleischliche Roboter. Vollkommene Kontrolle.“ Die Schreie brandeten wieder auf, Beschimpfungen und auch schon erste Anfälle von Tränen. „Leider ist es mir noch nicht gelungen auch eine gedankliche Kontrolle zu erhalten, desdewegen muss ich mir euer Geschrei jetzt anhören.“ Kommentierte er die anschwellende Lautstärke und beobachtete einen schlanken Typ, dem man ansehen konnte, wie sehr er dagegen ankämpfte zu tanzen. Wie er versuchte die Kontrolle über Arme und Beine zurück zu gelangen, wie er scheiterte und die Panik Furchen in sein Gesicht zeichnete. „Wie ihr sicher alle seht, funktioniert meine Waffe sehr gut. Das nächste Mal, solltet ihr den Gratis-Shot nicht annehmen.“ Wieder kämpfte Erik damit nicht zu kichern. Es machte ihm einfach zu viel Spaß mit der Dummheit der Menschheit zu spielen. „Ihr dürft es mir nicht krumm nehmen, dass ich mir diesen kleinen Scherz mit dem Tanzen erlaubt habe. Natürlich werdet ihr nicht tanzend in den Krieg ziehen.“ Erik stand nun direkt vor dem Typen, der noch immer versuchte ein kleines bisschen Kontrolle über seinen Körper zu erlangen. „Nein, ihr werdet töten, ihr werdet sterben und ihr werdet keine Wahl haben.“ Er lächelte dem Typen ins Gesicht. Dann ging das Licht aus. Stromausfall. Keine Seltenheit in den alten Gemäuern. Die Musik war aus. Stille ummantelte die Dunkelheit. Menschen können zu Tieren werden, wenn man ihnen die Kontrolle nimmt. Erik hatte Recht, sie würden töten. Aber sie würden nicht sterben, er würde es. Und er hatte keine Wahl, denn es dauerte nicht lange, bis sie ihn in Dunkelheit und Stille zu Tode geprügelt hatten.
24.5.17 17:48


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