rotenreich..-

 



rotenreich..-
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    anderswo.ist.nirgendwo

    - mehr Freunde



http://myblog.de/rotenreich

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
liebes ich.

- „Und, ist es so gut wie du es dir vorgestellt hast?“ x „Ich weiß nicht, wie hast du es dir denn vorgestellt?“ - „Naja, richtig cool halt. So richtig Oma-Style halt. Machen was man will, ein Fuck auf alles geben und einfach keine Grenzen mehr haben, also gedanklich meine ich natürlich. Ich denke nicht, dass du munter mordest?“ x „Nein, Mensch, Fuck sagt man mittlerweile echt nicht mehr! Und morden ist auch nicht mehr so in wie es mal war. Aber der Oma-Style den hab ich drauf. Zwar kann man sich echt nicht alles erlauben, wenn man alt ist, aber man hat auf jeden Fall gelernt den ganzen Meinungen der Leute aus dem Weg zu gehen. Ich bin jetzt mein eigener Herr und so.“ - „Voll cool. Also doch so wie ich es mir vorgestellt habe, also kann ich mich weiter drauf freuen, alt zu werden!“ x „Ja mach das, ich will dir ja nicht die Freude davor nehmen. Aber alt sein ist auch anstrengend, man hat so ein ganzes Leben in seinem Kopf, so viele Erinnerungen und Menschen, die man kennt und lieb hat. Da weiß man gar nicht mehr mit wem oder was man seine Zeit verbringen soll. Und Zeit ist mittlerweile tatsächlich wertvoll geworden. Ich habe zwar immer noch keine Angst vorm Tod, aber ich genieße es trotzdem noch etwas Zeit zu haben. Bin ja froh, dass ich überhaupt bis hier her gekommen bin und du uns nicht schon längst überfahren hast lassen.“ - „Ja ich werde mir Mühe geben, dass das so bleibt! Aber es ist doch mega schön so viele Menschen und Erinnerungen zu haben, du bist jetzt sicher noch eine viel bessere Geschichtenerzählerin als ich es jetzt bin, oder?“ x „Tannenzapfen, das bin ich. Wenn du wüsstest, was du noch alles erleben wirst. Nicht nur gutes versteht sich, aber ich denke du bist mittlerweile schon so weit, dass du weißt, dass das Leben nicht nur aus Zuckerguss besteht!“ - „Wahrscheinlich geht das nicht klar, wenn du mir eine Geschichte aus deinem Leben erzählst, das würde sicher ein Zeitparadoxon hervorrufen.“ x „Schon wieder Tannenzapfen. Außerdem will ich dich nicht spoilern, ich weiß ja, dass du das hasst!“ - „Stimmt, ich denke ich muss mich damit abfinden, dass dieses Gespräch nur rein gedanklich stattfindet und wahrscheinlich niemals in Echt so passieren würde. Ich meine woher soll ich auch wissen, wie ich als Oma bin, vielleicht bin ich ja total verbissen und einsam, weil ich nie angekommen bin.“ x „Verbissen und Einsam, ich glaube dir hat man ins Gehirn geschissen, wag es nicht, dein Leben so zu leben, dass du so endest. Einsam ja, vielleicht, weil du es selber so gewählt hast, aber verbissen nein und nie ankommen ist für dich keine Option.“ - „Keine Option.. hmm, also gibt es doch einen vorgetrampelten Pfad, dem ich nur hinterher stolpere? Hab ich also im Endeffekt kaum was zu sagen, wie es am Ende dann raus kommt - hört das irgendwann auf? Hast du noch was zu sagen oder humpelst du mit deinem Rollator immer noch auf dem Pfad herum?“ x „Ich hab keinen Rollator, sondern so einen coolen Stadt-Flitzer, hab ich mir schon relativ früh geholt. Aber ich weiß nicht, ob ich damit auf einem Pfad rumhumpel oder auf einem endlosen Flugplatz, weißt du…“
2.6.17 21:40


you are human after all.

Die Milchpackung wurde nicht richtig gescannt. Sie zog den Tetrapack erneut über den roten Flimmerstreifen bis das ihr alt bekannte Piepen ertönte und sie eine Packung gemahlene Mandeln hinterher schickte. „Vierunddreißig Euro sechsundsiebzig, sind es dann bitte.“ Sagte sie zu der schlanken Frau, die ihre Einkäufe in einen Jutebeutel stopfte. Die Hektik stand ihr ins Gesicht geschrieben als sie in ihrem Portmonee nach dem nötigen Kleingeld fummelte. Frau Schmitt wartete mit offener Kasse, während das automatische Fließband den Einkauf des nächsten Kunden immer näher auf den roten Flimmerstreifen zu schob. „Wiedersehen und schönes Wochenende.“ Verabschiedete die schlanke Frau sich und verzog das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass es erst Mittwoch war. Frau Schmitt lächelte nur stumpf und zog die nächste Milchpackung über den Scanner.Die hellblaue Bluse roch nach Schweiß und Reinigungswaschmittel. Sorgfältig faltete Frau Schmitt sie zusammen und legte sie in den kleinen Rucksack der auf dem Tisch des Pausenraums lag. Aus dem Haarknoten auf ihrem Kopf hatte sich keine einzige Strähne gelöst auch nicht, als sie von dem alten Herrn angeschrien wurde, als sie sich bei dem Endbetrag versprochen hatte. Das eingebrannte Lächeln auf ihren Lippen verblasste unter der Energiesparlampe, die dieses minimale Summen von sich gab, das man vermisste, sobald man sie ausschaltete. Frau Schmitt strich sich über die dunkel Strickjacke, die sie gegen die Bluse getauscht hatte und verließ den Pausenraum. Kurz bevor die Tür zurück ins Schloss fiel stoppte sie sie mit der schmalen Hand und drückte sie erneut auf. Mit einem entschuldigenden Lächeln schlüpfte sie wieder zurück und holte den Karton mit den Katzenfutterdosen vom Regal und verabschiedete sich von Herr Müller, der auch gerade Feierabend hatte. Diesmal schnappt die Tür ins Schloss und Frau Schmitt sog die frische Luft ein, die zwar heiß war aber immerhin nicht nach Kühlmittel und frischem Brot roch. Es war nachmittags, sie hatte die Frühschicht gehabt und der Tag lag vor ihr. Der Weg zur Bushaltestelle war der gleiche wie jedes Mal und als sie ihre Sammelkarte abstempelte seufzte sie leise, weil sie schon wieder voll war. Sie versuchte sich zu merken, sich morgen daran zu erinnern eine neue zu kaufen. Sie bekam einen Platz im Bus, stellte den kleinen Rucksack neben den sauber nebeneinander platzierten Füßen ab und den Karton mit den Katzenfutterdosen auf ihren Schoss und sah aus dem Fenster. Sie ärgerte sich ein bisschen, dass sie ihre Kopfhörer zuhause vergessen hatte. Als sie ausstieg fiel einer der Dosen aus dem lädierten Karton. Niemand half ihr, also bückte sie sich selbst, hob das verbeulte Stück Aluminium auf und stellte es zurück auf seinen Platz. Als sie zuhause die Wohnungstür aufschloss rauschte ihr Musik entgegen. Es schien so, als wäre sie die letzte die nach Hause kam. „YO! Ich bin zuhause!“ Brüllte Emmy durch ihre WG und erhielt prompt eine Antwort in Form von Linus, der aus seinem Zimmer kam und ihr ein kaltes Bier in die Hand drückte. „Wie ich sehe hast du den Fraß für Mister Schrumpfkopf und Pixi mitgebracht!“ Emmy stieß ihre Flasche mit der von Linus zusammen. „Ja, ich nehm‘ mir dann das Geld aus der WG-Kasse! Ist der Grill schon an?“ Rita streckte gerade den Kopf aus der Terrassentür und grinste. „Natürlich Emmy, wie sonst läutet man den Sommerurlaub ein?“
2.6.17 21:38


er sie es.

Sie dürfen hier nicht rein!“ Sagte er mit fester Stimme und verschränkte die Arme vor der Brust. Simon blieb verdutzt stehen und schielte den Türsteher mit einem schrägen Blick an. „Schon seltsam, dass sie aber dennoch einen männlichen Türsteher engagieren.“ Ein sarkastisches Lächeln huschte über Simons Mundwinkel, doch der Türsteher verzog keine Miene. „Na kommen Sie schon, es wird doch wohl nicht auffallen, wenn ich mich unter das Weibsvolk mische.“ Versuchte Simon einen weiteren Anlauf und zeigte an sich herunter. „Nein. Der Zutritt ist nur Frauen gestattet.“ Simon atmete tief ein. „Aber ich bin doch eine Frau.“ Wiederholte das, was er zuvor schon versucht hatte zu erklären. Der Türsteher sah Simon nun das erstmal direkt an, etwas Mitleidiges lag in seinen Augen, als er seine Kleidung musterte. „Der Zutritt ist nur biologischen Frauen gestattet.“ Simon konnte den dicken Adamsapfel am Hals des Türstehers auf und ab hüpfen sehen, als dieser schwer schluckte. „Das haben wir jetzt von der Emanzipation.“ Murmelte Simon als er einen Schritt zurück trat um zwei lässig gekleidete Damen vorbeizulassen. Es wunderte Simon nicht, dass jene mit den kurzen Haaren und dem schmalen Rand der Boxershorts, die über dem Hosenbund herausblitzte, ohne weiteres eingelassen wurde. „Ich raffs trotzdem nicht, wieso sie dann einen Mann den Türsteher machen lassen. Ist doch super ironisch, finden Sie nicht. Erniedrigend. Ich wette sie würden auch gerne mal einen Blick hinein werfen. Aber bestimmt dürfen Sie nicht, Männer sind ja strengstens verboten.“ Simon versuchte durch den dunklen Spalt der zuschnappenden Türe hindurch zu schielen, aber der Türsteher verlagerte sein Gewicht so, dass es Simon nicht möglich war was zu entdecken. „Sind sie nicht neugierig? Ich meine, so viele Frauen, auf einem Haufen, betrunken und voller Endorphine, da hat ein Typ wie sie sicher was zu staunen. Schon mal versucht reinzukommen?! Oder würden Sie dann ihren Job verlieren?“ Der Türsteher griff plötzlich mit stoischem Blick nach Simons Hand und drückte sie an seinen Schritt. Simons Augen weiteten sich, als er nichts spürte außer der flachen Wölbung eines Venushügels.
2.6.17 21:37


tanz. bitte tanz für mich.

Dann setzte die Musik ein und die Menge begann zu tanzen. Es funktionierte. Er konnte die erschrockenen Gesichter sehen, die Verwunderung und die Angst, in den Augen jener, dessen Arme und Beine sich genauso bewegten, wie die der Menschen neben sich. Ein Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen und bohrte Grübchen in seine Wangen. Es funktionierte tatsächlich. Die aufkeimende Panik schwoll schnell zu einem lauten Gebrüll und Kreischen an. Erik konnte die Verzweiflung in den gebrüllten Fragen, auf die es keine Antworten gab, auf seine Haut prickeln spüren. Er trat an die Brüstung der Galerie und gab Mo ein Zeichen, worauf hin er die Musik leiser drehte, aber nicht verstummen ließ. An dem Bild, das sich ihm geboten hatte, änderte sich nichts. Die knapp zweihundert Menschen tanzten noch immer im Gleichtakt, geführt von unsichtbaren Fäden. „Willkommen bei meinem Experiment!“ Rief Erik und die Schreie verstummten, während sich alle Augen auf ihn richteten. In vielen konnte er Widererkennen und in den meisten den Hass funkeln sehen. Das Schmunzeln bohrte tiefer. „Wie sie sicher alle schon festgestellt haben, handelt es sich hierbei nicht um ein Experiment um den Einfluss von Lichteffekten auf das Sozialverhalten zu untersuchen.“ Mit Mühe konnte er ein Kichern unterdrücken. „Viel eher handelt es sich hierbei um den ersten Testdurchlauf einer neuen Bio-Waffe. Willkommen im Krieg.“ Erik breitete die Arme aus. „Gleichschaltung.“ Er klatschte in die Hände und begann die Treppe hinunter auf die Tanzfläche hinab zu steigen. „Körperliche Gleichschaltung. Fleischliche Roboter. Vollkommene Kontrolle.“ Die Schreie brandeten wieder auf, Beschimpfungen und auch schon erste Anfälle von Tränen. „Leider ist es mir noch nicht gelungen auch eine gedankliche Kontrolle zu erhalten, desdewegen muss ich mir euer Geschrei jetzt anhören.“ Kommentierte er die anschwellende Lautstärke und beobachtete einen schlanken Typ, dem man ansehen konnte, wie sehr er dagegen ankämpfte zu tanzen. Wie er versuchte die Kontrolle über Arme und Beine zurück zu gelangen, wie er scheiterte und die Panik Furchen in sein Gesicht zeichnete. „Wie ihr sicher alle seht, funktioniert meine Waffe sehr gut. Das nächste Mal, solltet ihr den Gratis-Shot nicht annehmen.“ Wieder kämpfte Erik damit nicht zu kichern. Es machte ihm einfach zu viel Spaß mit der Dummheit der Menschheit zu spielen. „Ihr dürft es mir nicht krumm nehmen, dass ich mir diesen kleinen Scherz mit dem Tanzen erlaubt habe. Natürlich werdet ihr nicht tanzend in den Krieg ziehen.“ Erik stand nun direkt vor dem Typen, der noch immer versuchte ein kleines bisschen Kontrolle über seinen Körper zu erlangen. „Nein, ihr werdet töten, ihr werdet sterben und ihr werdet keine Wahl haben.“ Er lächelte dem Typen ins Gesicht. Dann ging das Licht aus. Stromausfall. Keine Seltenheit in den alten Gemäuern. Die Musik war aus. Stille ummantelte die Dunkelheit. Menschen können zu Tieren werden, wenn man ihnen die Kontrolle nimmt. Erik hatte Recht, sie würden töten. Aber sie würden nicht sterben, er würde es. Und er hatte keine Wahl, denn es dauerte nicht lange, bis sie ihn in Dunkelheit und Stille zu Tode geprügelt hatten.
24.5.17 17:48


feline.

Das Abendessen hatte ihr nicht geschmeckt. Sie mochte keinen Thunfisch, vor Allem nicht als Salat. Sie konnte nicht begreifen, wie man so etwas Spezielles einer Gruppe von geisteskranken Jugendlichen vorsetzen konnte, die neben den ganzen Stimmen in ihren Köpfen auch noch mit der Pubertät zu kämpfen hatten. Sie stieß ein belustigtes Schnauben aus, als sie diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte. Ihr rechter Zeigefinger fuhr über das kurze Stück Holz des Türrahmens und schwebte in der Luft, bis er auf der anderen Seite wieder den Türrahmen berührte, während sie mit kurzen Schritten den Gang hinunter schlich. Man hatte sie gezwungen zu essen, so wie immer. Dabei gehörte sie doch gar nicht zu den Spinnenmenschen. Das war auch wieder so eine Sache, die sie nicht verstand. Wieso machte man sich freiwillig zum Spinnenmenschen. Es gab ja schließlich nicht jeden Tag Thunfischsalat, manchmal gab es auch Nudelauflauf, der schmeckte sehr gut aber die Spinnenmenschen rührten ihn nicht mal an. Oftmals dann nicht, wenn sie gezwungen wurden. Aber sie, Feline, hatte gegessen, als man sie gezwungen hatte. Sie wollte nämlich hier raus, und man hatte ihr gesagt, dass das nur dann passiert, wenn sie tut was die Kittel sagen.Nachdem sie mit ihrem Finger noch über zwei weitere Türrahmen gesprungen war, blieb sie vor der hellblauen Tür stehen, die sie von ihrem Zimmer trennte. Die Klinke fühlte sich warm in ihrer Hand an, wie Zuhause. Als sie die Tür öffnete merkte sie, dass etwas anders war. Solche Dinge merkt sie immer, ausgeprägte Feinfühligkeit nennen die Kittel das. Sie hält einen Moment inne und versucht die aufkeimende Panik zu unterdrücken, es gelingt ihr nicht und obwohl hinter der Tür der Grund ihrer Panik lauerte, war dort auch Zuhause, und dahin flüchtete sie. Allerdings war es nicht mehr Zuhause. Sie fanden sie im Keller, unter der Treppe, zusammengekauert. Es dauerte einen Moment, bis sie es geschafft hatten ihre Fingernägel aus der dünnen Haut über ihren Knien zu lösen. Ansprechbar war sie nicht, nur das unverständliche Gemurmel, dass manchmal im gleichen Rhythmus aus ihrem Mund kam, wie ihre Augen hin und her huschten. Man wollte nach dem Abendessen nochmal nach ihr sehen, Gute Nacht sagen. Als man das Zimmer betrat, wussten sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Konfliktlösende Schulung nennen sie es. Sie suchten sie, bis sie sie nicht fanden. Bis einer auf die Idee kam die Kellertüre zu überprüfen.Als Feline in ihr Zimmer kam erschrak sie nicht. Stattdessen pflanzte sich die Panik in ihrem Kopf ein und ließ sie Türe zuschlagen, abschließen. Ihres Atems beraubt schnappte sie nach Luft, versuchte sich in dem eh schon abgepuhlten Lack der Tür festzuhalten, spürte den Schmerz nicht als sich ein Splitter löste und sich unter ihren Nagel schob. Aus ihrer Kehle drang ein vager Schrei. Sie sagte nichts zu den Fragen, die man ihr stellte. Sie zitterte, suchte immer wieder die Kuhlen, die sie in ihre Knie geritzt hatte, versuchte sich festzuhalten. „Was ist passiert?“ „Wieso bist du abgehauen?“ „Vor was hattest du Angst?“ „Haben die in deinem Kopf dir Angst gemacht?“ „Feline, rede bitte mit mir.“ „Feline ich mache mir Sorgen.“ „Feline.“ Sie sagte nichts zu all den Fragen, die sie nicht mal erreichten, weil sie sich tief eingeschlossen hatte, wo sie sie nicht finden würden.Der Boden war übersäht mit Barbies. Nackt, angezogen, die kleinen Hosen und Pullover in Hast über die steifen Glieder gezogen. Köpfe starrten ohne Körper an die Mobiles, die von der Decke baumelte, und Körper ohne Köpfe reckten die verdrehten Arme und Beine in Himmelsrichtungen, die nicht existieren. Barbies mit blonden Haaren, zu Zöpfen geflochten. Barbies mit braunen Haaren, ungekämmt und zerzaust. Barbies ohne Haare, abgeschnitten mit der Nagelschere, die im Oberkörper der Barbie steckte, die auf Felines Kopfkissen thronte. Stimmen brandeten in ihrem Kopf auf, Lösungen für Rätsel, die sie nie gestellt hatte. Ein monotones Summen aus Laut und Leise, bis sie mit dieser Käferstimme sprach: „Schade, dass du dich nicht mehr erinnerst. Du hattest so viel Spaß. So viel Spaß, wenn du die Köpfe gelöst hast. Du fandest das Geräusch sooo schön, wenn die Schere durch das synthetische Haar schnitt. So viel Spaß, Feline. Feline, du hattest so viel Spaß. Schade, dass du dich nicht mehr erinnerst, Feline. Schade.“ Der Schrei, der sich zuvor noch versteckt hatte, brach aus ihr heraus.Man wollte nach dem Abendessen nochmal nach ihr sehen, Gute Nacht sagen. Als man das Zimmer betrat, wussten sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Konfliktlösende Schulung nennen sie es. Alles was man fand war nicht sie. Nur eine Barbiepuppe, die auf Felines Kopfkissen lag.
24.5.17 17:47


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung