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tanz. bitte tanz für mich.

Dann setzte die Musik ein und die Menge begann zu tanzen. Es funktionierte. Er konnte die erschrockenen Gesichter sehen, die Verwunderung und die Angst, in den Augen jener, dessen Arme und Beine sich genauso bewegten, wie die der Menschen neben sich. Ein Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen und bohrte Grübchen in seine Wangen. Es funktionierte tatsächlich. Die aufkeimende Panik schwoll schnell zu einem lauten Gebrüll und Kreischen an. Erik konnte die Verzweiflung in den gebrüllten Fragen, auf die es keine Antworten gab, auf seine Haut prickeln spüren. Er trat an die Brüstung der Galerie und gab Mo ein Zeichen, worauf hin er die Musik leiser drehte, aber nicht verstummen ließ. An dem Bild, das sich ihm geboten hatte, änderte sich nichts. Die knapp zweihundert Menschen tanzten noch immer im Gleichtakt, geführt von unsichtbaren Fäden. „Willkommen bei meinem Experiment!“ Rief Erik und die Schreie verstummten, während sich alle Augen auf ihn richteten. In vielen konnte er Widererkennen und in den meisten den Hass funkeln sehen. Das Schmunzeln bohrte tiefer. „Wie sie sicher alle schon festgestellt haben, handelt es sich hierbei nicht um ein Experiment um den Einfluss von Lichteffekten auf das Sozialverhalten zu untersuchen.“ Mit Mühe konnte er ein Kichern unterdrücken. „Viel eher handelt es sich hierbei um den ersten Testdurchlauf einer neuen Bio-Waffe. Willkommen im Krieg.“ Erik breitete die Arme aus. „Gleichschaltung.“ Er klatschte in die Hände und begann die Treppe hinunter auf die Tanzfläche hinab zu steigen. „Körperliche Gleichschaltung. Fleischliche Roboter. Vollkommene Kontrolle.“ Die Schreie brandeten wieder auf, Beschimpfungen und auch schon erste Anfälle von Tränen. „Leider ist es mir noch nicht gelungen auch eine gedankliche Kontrolle zu erhalten, desdewegen muss ich mir euer Geschrei jetzt anhören.“ Kommentierte er die anschwellende Lautstärke und beobachtete einen schlanken Typ, dem man ansehen konnte, wie sehr er dagegen ankämpfte zu tanzen. Wie er versuchte die Kontrolle über Arme und Beine zurück zu gelangen, wie er scheiterte und die Panik Furchen in sein Gesicht zeichnete. „Wie ihr sicher alle seht, funktioniert meine Waffe sehr gut. Das nächste Mal, solltet ihr den Gratis-Shot nicht annehmen.“ Wieder kämpfte Erik damit nicht zu kichern. Es machte ihm einfach zu viel Spaß mit der Dummheit der Menschheit zu spielen. „Ihr dürft es mir nicht krumm nehmen, dass ich mir diesen kleinen Scherz mit dem Tanzen erlaubt habe. Natürlich werdet ihr nicht tanzend in den Krieg ziehen.“ Erik stand nun direkt vor dem Typen, der noch immer versuchte ein kleines bisschen Kontrolle über seinen Körper zu erlangen. „Nein, ihr werdet töten, ihr werdet sterben und ihr werdet keine Wahl haben.“ Er lächelte dem Typen ins Gesicht. Dann ging das Licht aus. Stromausfall. Keine Seltenheit in den alten Gemäuern. Die Musik war aus. Stille ummantelte die Dunkelheit. Menschen können zu Tieren werden, wenn man ihnen die Kontrolle nimmt. Erik hatte Recht, sie würden töten. Aber sie würden nicht sterben, er würde es. Und er hatte keine Wahl, denn es dauerte nicht lange, bis sie ihn in Dunkelheit und Stille zu Tode geprügelt hatten.
24.5.17 17:48
 
Letzte Einträge: aus dem karton ganz hinten im keller., feline. , er sie es., you are human after all., liebes ich.


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