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Die Milchpackung wurde nicht richtig gescannt. Sie zog den Tetrapack erneut über den roten Flimmerstreifen bis das ihr alt bekannte Piepen ertönte und sie eine Packung gemahlene Mandeln hinterher schickte. „Vierunddreißig Euro sechsundsiebzig, sind es dann bitte.“ Sagte sie zu der schlanken Frau, die ihre Einkäufe in einen Jutebeutel stopfte. Die Hektik stand ihr ins Gesicht geschrieben als sie in ihrem Portmonee nach dem nötigen Kleingeld fummelte. Frau Schmitt wartete mit offener Kasse, während das automatische Fließband den Einkauf des nächsten Kunden immer näher auf den roten Flimmerstreifen zu schob. „Wiedersehen und schönes Wochenende.“ Verabschiedete die schlanke Frau sich und verzog das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass es erst Mittwoch war. Frau Schmitt lächelte nur stumpf und zog die nächste Milchpackung über den Scanner.Die hellblaue Bluse roch nach Schweiß und Reinigungswaschmittel. Sorgfältig faltete Frau Schmitt sie zusammen und legte sie in den kleinen Rucksack der auf dem Tisch des Pausenraums lag. Aus dem Haarknoten auf ihrem Kopf hatte sich keine einzige Strähne gelöst auch nicht, als sie von dem alten Herrn angeschrien wurde, als sie sich bei dem Endbetrag versprochen hatte. Das eingebrannte Lächeln auf ihren Lippen verblasste unter der Energiesparlampe, die dieses minimale Summen von sich gab, das man vermisste, sobald man sie ausschaltete. Frau Schmitt strich sich über die dunkel Strickjacke, die sie gegen die Bluse getauscht hatte und verließ den Pausenraum. Kurz bevor die Tür zurück ins Schloss fiel stoppte sie sie mit der schmalen Hand und drückte sie erneut auf. Mit einem entschuldigenden Lächeln schlüpfte sie wieder zurück und holte den Karton mit den Katzenfutterdosen vom Regal und verabschiedete sich von Herr Müller, der auch gerade Feierabend hatte. Diesmal schnappt die Tür ins Schloss und Frau Schmitt sog die frische Luft ein, die zwar heiß war aber immerhin nicht nach Kühlmittel und frischem Brot roch. Es war nachmittags, sie hatte die Frühschicht gehabt und der Tag lag vor ihr. Der Weg zur Bushaltestelle war der gleiche wie jedes Mal und als sie ihre Sammelkarte abstempelte seufzte sie leise, weil sie schon wieder voll war. Sie versuchte sich zu merken, sich morgen daran zu erinnern eine neue zu kaufen. Sie bekam einen Platz im Bus, stellte den kleinen Rucksack neben den sauber nebeneinander platzierten Füßen ab und den Karton mit den Katzenfutterdosen auf ihren Schoss und sah aus dem Fenster. Sie ärgerte sich ein bisschen, dass sie ihre Kopfhörer zuhause vergessen hatte. Als sie ausstieg fiel einer der Dosen aus dem lädierten Karton. Niemand half ihr, also bückte sie sich selbst, hob das verbeulte Stück Aluminium auf und stellte es zurück auf seinen Platz. Als sie zuhause die Wohnungstür aufschloss rauschte ihr Musik entgegen. Es schien so, als wäre sie die letzte die nach Hause kam. „YO! Ich bin zuhause!“ Brüllte Emmy durch ihre WG und erhielt prompt eine Antwort in Form von Linus, der aus seinem Zimmer kam und ihr ein kaltes Bier in die Hand drückte. „Wie ich sehe hast du den Fraß für Mister Schrumpfkopf und Pixi mitgebracht!“ Emmy stieß ihre Flasche mit der von Linus zusammen. „Ja, ich nehm‘ mir dann das Geld aus der WG-Kasse! Ist der Grill schon an?“ Rita streckte gerade den Kopf aus der Terrassentür und grinste. „Natürlich Emmy, wie sonst läutet man den Sommerurlaub ein?“
2.6.17 21:38
 
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